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The emerald City: Seattle
Welch Überraschung! Hier also lebt mein neuer amerikanischer Freund. Kein popliges Nest, verloren irgendwo in der Wüste Nevadas oder Arizonas, wo sich die Coyoten Gute Nacht sagen. Nein, sondern in einer der interessantesten amerikanischen Städte.


Gelegen am Puget Sound, einem Meeresarm des Pazific, ist Seattle eine interessante Mischung aus Naturerholung und Großstadtflair. In der Ferne umrahmen die massiven und alpin wirkenden Gebirgszüge der Olympic Mountains im Südwesten sowie die Gipfelspitzen des Kaskadengebirges mit dem alles überragenden Mount Rainer im Osten die Stadt.



Bill, mein amerikanischer Freund, führte mich schon am ersten Abend meiner Ankunft in seinen Lieblingspark, direkt am Puget Sound gelegen (wo wir - illegaler Weise in der Öffentlichkeit - eine Flasche Rotwein köpften), um mir etwas in der Ferne zu zeigen.
Seattle am frühen Morgen
Ich sah hin und konnte nur ein paar hohe Wolkenstrukturen im Himmel sehen. Es war diesig, und ich ziemlich geschafft vom langen Flug. Ich starrte also auf diese recht interessanten Wolken in der Ferne und wußte nicht so recht, was Bill mir zeigen wollte. Bis schließlich ...


Ja, bis schließlich sich die Wolken vor meinen Augen zu Gebirgen zu formen begannen und ich erkannte, daß diese so hoch im Himmel hängenden Wolken tatsächlich nur die schneebedeckten Gipfel von Bergen waren!

Ich konnte nur still dasitzen und ehrfürchtig diesen gewaltigen Gebirgszug anstarren und war fassungslos angesichts dieser Dimension.


Und so sollte es mir noch öfter (eigentlich fast immer) ergehen. - Alles dort oben im Nordwesten erschien mir viel zu groß! Gleichgültig ob es dabei um die Dimensionen der amerikanischen Straßen und Autos ging, oder um die Natur ...

Puget Sound, im Hintergrund Olympic Peninsula
Diese kleine Ecke im Nordwesten hat so ziemlich für jeden etwas zu bieten:

Natur pur für alle, die Erholung oder Einsamkeit suchen, sportliche Aktivitäten in der freien Natur für all diejenigen, die lieber in Gruppen unterwegs sind, sowie der Reiz, den eine Großstadt wie Seattle bietet, mit all ihren touristischen und kulturellen Angeboten.
Downtown Seattle
Waterfront an der Elliot Bay:
Die touristische Hochburg Seattles! Auf den Piers wurden die einstigen Lagerschuppen in Malls umgewandelt und dort finden Sie nun in schicken kleinen Läden alles, was Sie als Andenken von Ihrem Nordwesttrip mitbringen möchten:

T-Shirts, indianische Handarbeiten, Westerngemälde, asiatische Importwaren auf amerikanischen Geschmack getrimmt sowie Nippes und echten Touristenkitsch!
Ein Laden, an dem Sie nicht vorbeikommen werden ist:

Ye old curiosity shop.
http://www.yeoldecuriosityshop.com

Lassen Sie sich nicht von den Totempfahlen oder den zwei echten Mumien abschrecken. Der Laden ist einfach klasse! Ob Sie etwas kaufen oder nicht ist eigentlich egal. Allein das Hineingehen und sich Umsehen ist einfach schon toll. - Dort habe ich übrigens meinen ganzen Zinnindianerschmuck gekauft, da er da tatsächlich am günstigsten war - und meine Mutter bekam einen Flaschenöffner aus Bronze im Totempfahldesign. - Versuchen Sie das mal wo anders zu bekommen ...
Zinnanhänger im Indianerdesign
Ye old curiosity shop
Etwas anderes, das Sie im Kuriosenladen bekommen, ist frisches "homemade" Fudge! Wenn Sie Süßes mögen, besonders Weichkaramellen (aber keine Plombenzieher), dann sollten Sie sich dort damit eindecken. In tollen Geschmacksrichtungen, absolut frisch und köstlich! - Übrigens wurde mein Koffer bei der Ausreise aus den Staaten gefilzt - und ich vermute mal, daß das Fudge daran Schuld war. Ich bin mir ziemlich sicher, daß es auf dem Röntgenschirm wie eine kompakte undefinierbare Masse aussieht. Kurzum: verdächtig nah an Plastiksprengstoff herankommt *g*. Reine Vermutung ...
Ansonsten können Sie am Pier das Seattle Aquarium besuchen, welches sehr sehenswert sein soll, aber leider reichte meine Zeit nicht, es mir anzusehen. Außerdem können Sie sich am Pier durch sehr leckere Fisch- und sonstige Restaurants essen.

Ein weiterer sehenswerter Einkaufs- und Genußhöhepunkt unweit des Piers ist der Pike Place Market.

Pike Place Market:
 
Irgendwann betitelte die New York Times den Pike Place Market als das Marrakesch Amerikas. - Nun ja, so weit würde ich dann doch nicht gehen. Aber auf jeden Fall ist der Markt eine der Sachen, die Sie nicht versäumen sollten, wenn Sie in Seattle sind.
In einem alten Backsteingebäude ist der Markt auf mehreren Etagen untergebracht und dort werden einem die unterschiedlichsten Dinge angeboten. Von frischen Meeresfrüchten, Chinesischen Kräutern, Tees, Obst, Gemüse, köstlichen Marmeladen und Honig, Backwaren bis hin zu non-food Artikeln wie frischen Schnittblumen, Kleidung, Schmuck, Haushaltswaren, Kunsthandwerksartikeln und Büchern können Sie dort alles erwerben, was Sie sich leisten können. ;-)


Doch nicht nur im Gebäude selbst findet der Markt statt, sondern auch die Straße davor gehört noch zum Markt.


Überall ist es ziemlich eng, die Luft ist erfüllt von einer Vielzahl von Wohlgerüchen und ein ziemliches Gedränge herrscht vor. Musik dröhnt Ihnen aus Cafès oder mitgebrachten Ghetto Blastern entgegen, Gaukler, Musiker, christliche Missionare und Selbstdarsteller werden Sie zum Verweilen veranlassen und die köstlichen Essensgerüche, die Ihnen die Nase umwehen, werden Sie garantiert zu einem Imbiß verleiten.


Ich hatte sehr viel Spaß am Marktet! Versäumen Sie ihn nicht, aber passen Sie auf Ihr Geld auf (nicht nur wegen all den tollen Sachen, die Sie dort kaufen können, sondern auch wegen der Langfinger!).


Leider habe ich nicht sehr viel mehr von Seattle gesehen. Denn da ich vorrangig wegen meinem amerikanischen Freund dort war, hatten Tourismus und Kultur das Nachsehen. Allerdings kam es mir so vor, daß ich noch nie irgendwo anders so viele kleine Restaurants, Imbißstuben und typisch amerikanische Cafès nebeneinander gesehen habe, wie dort.
Zum Thema Essen und Trinken sei noch angemerkt: Hervorragend!
Doch was wir als Deutsche uns wirklich hinter die Ohren schreiben müssen, ist, daß man noch um die 15 - 20 % zum eigentlichen Preis darauf legen muß, damit die Bedienung nicht leer ausgeht. - Alles in allem somit ein recht teueres Vergnügen, besonders, wenn man eine an sich schon hohe Rechnung hat.
(In den Staaten hatte ich mein teuerstes Essen überhaupt: Essen für zwei: 78 $, plus Trinkgeld insgesamt: 92 $. Und dabei war das kein besonderes Restaurant, sondern etwas, das bei uns als griechische Taverne durchgehen würde. - Lecker zwar, aber ...)
Und was ich besonders nervig empfand, war, daß man wirklich nur zum Essen hineingeht und man anschließend regelrecht dazu genötigt wird, wieder den Tisch freizumachen. - Das lief dann für mich unter dem Thema: andere Kultur - was soll's! - Nervig war es trotzdem.

Lobenswert: Null Probleme als Vegetarier.

Es gibt sogar ein ganz tolles Restaurant, in dem veganes chinesisches Essen serviert wird. Und ich habe tatsächlich niemals zuvor (oder seitdem) so ein unglaublich leckeres veganes Essen gehabt (bin zwar selbst kein Veganer, aber dort gab es halt nur veganes Essen - und ehrlich, bei der Qualität und Zubereitung vermißte man absolut gar nichts).

Zur Info: Das Restaurant ist nicht weit entfernt von der Space Needle, falls es mal jemanden dorthin verschlägt. Im Jahr 2003 war es total köstlich - und nicht einmal teuer. :-) http://www.bamboogarden.net/ Bamboo Garden, 364 roy st. Seattle, WA 98102 (206) 282-6616
Was man sich ansehen sollte, wenn man mehr Zeit hat als ich:
©  QT Luong www.terragalleria.com
  • Den Underground von Seattle
  • Das SAM (Seattle Art Museum)
  • Mal auf die Space Needle gehen
  • Das Seattle Centre
  • Das Burke Memorial Museum
  • Das Aquarium
  • Snoqualmie Falls
Von Seattle aus starten auch Trips (Schiffsfahrten) nach Kanada, sogar große Kreuzfahrtschiffe konnte ich an den Hafenpiers vor Anker gehen sehen.

Seattle ist die Stadt Boings und Mikrosofts.

Yep, Billyboy Gates gründete in den 80ern in Seattle unsere allseits beliebte Softwarefirma, ohne die das Internet vermutlich nur halb so unterhaltsam wäre, wie es mit all seinen Würmer, Viren und Trojanern nunmal ist.

Die Musiklegende Jimi Hendrix erblickte in Seattle das Licht der Welt und die Stadt hat ihm im interaktiven Museum Experience Music Project (http://www.emplive.org) beim Seattle Centre eine Dauerausstellung gewidmet.
Anfang der 90er wurde in Seattle der Grunge Rock geboren. Bands wie Nirvana und Pearl Jam sind inzwischen Legende.


Die Stadt hat für jeden etwas zu bieten, egal ob man an Kultur, Konsum oder Natur interessiert ist. Seattle hat mir sehr gut gefallen, leider ist die Stadt arg weit weg ...
Ich will mehr über den Indianer wissen, nach dem die Stadt benannt wurde.
(Copyright: mariasmultiverse.de)
... und jetzt zum Pazifik!