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Regenwälder, Idianerreservate, idyllische Kleinstädte, den Olympic Nationalpark und eine dramatische Küstenlinie. Dies alles bietet die Olympic Penisula. Ein gewaltiger alpiner Gebirgszug trennt die Halbinsel vom restlichen Bundesstaat Washington: Die Olympic Range. Sein höchster Berggipfel, der Mount Olympus, erhebt sich mehr als 2.420 Meter über den Meeresspiegel und an seinen Hängen schieben sich Gletscher taleinwärts. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Regenwälder | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Vom Pazifik driften regenschwangere Wolken ins Landesinnere - doch weit kommen sie nicht. Das Bergmassiv der Olympic Range verhindern ihr Vorankommen und so sorgen Feuchtigkeit und der beständige Nachschub der Wolken für dieses ungewöhnliche Kleinklima, daß die Regenwälder des Nordens hier seit Jahrtausenden gedeihen läßt. Welch ein außergewöhnliches Fleckchen Erde! Oftmals steht man am Rand eines undurchdringlichen Urwalds aus meterhohen Farnen, gewaltigen Sitkafichten, Helmlocktannen, Zedern, Mamutbäumen, Kiefern und Ahornbäumen. Nur wenige Wege führen durch diesen Dschungel hindurch, und wer sich nicht verirren und in Lebensgefahr bringen will, sollte sich an die Wege halten ... Für mich als Pfälzerin war dies ein verwirrendes Erlebnis: Vor einem Wald zu stehen, und alles in mir brennt danach, ihn zu erforschen, ihn aber nicht betreten zu können, weil er ganz einfach zu wild ist! |
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Und doch, manchmal gab es diese wundervollen Momente, in denen Bill und ich auf der einsamen Straße ein wenig zur Seite fuhren, anhielten, aus dem Wagen stiegen und für einige hundert Meter in den Wald vordrangen. Dort stand ich dann und lauschte der Stille des fast noch unberührten Waldes. Atmete die feuchte, dumpfe ja fast schon erdig schmeckende Luft ein und blickte auf jahrhundertealte Bäume, die von dicken wolligen Moosen überzogen waren und von deren Äste meterlangen Moosflechten hingen. Ehrfurcht ergreift einen instinktiv in diesen Momenten und es fällt schwer, in dieser so alles umfassenden Stille in normaler Lautstärke weiterzusprechen, und nicht automatisch in ein Flüstern zu fallen. - Mir schien, daß es nicht einmal Vögel in diesen dichten, dunklen Wäldern gab - aber vielleicht waren diese einfach nur total sprachlos darüber, ein paar Menschen im Wald zu sehen ... Der Olympic National Park bietet zwei bewanderbare Regenwälder: Den Hoh Rain Forest und den Quinault Rain Forest. Teile der Regenwälder sind von Naturlehrpfaden durchzogen und völlig unproblematisch mit der Familie, oder auch für Menschen mit Behinderung zu begehen. Sie alle sind ziemlich kurz und bieten dafür eine reichhaltige Fülle an Eindrücken und Anblicken. Empfehlenswert: Das Hoh Rain Forest Visitor Center. Von dort aus starten diese kurzen Lehrpfade, welche teilweise sogar mit einer Art Holzdielenboden verkleidet sind, so daß es auch Rollifahrer möglich ist, einen kleinen Trip in den Regenwald zu unternehmen. Das Center selbst bietet eine Fülle an Informationsmaterial, von der simplen Postkarte bis hin zur Videodokumentation. Auch kann man sich von dort aus mehrtägigen Touren anschließen, welche von den Rangers organisiert werden. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Übernachtung: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zahllose Campingplätze umschließen den Nationalpark und auch im Park selbst gibt es Möglichkeiten für Camper. Wenn Sie es allerdings etwas komfortabler haben möchten, werden Sie vom Angebot auf der Olympischen Halbinsel für Bed and Breakfast begeistert sein. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bill organisierte eine Übernachtung auf der Hoh Humm Ranch etwa 20 Meilen von Forks mitten in der "Pampa" gelegen. - (Hoh Humm ist übrigens ein Wortspiel. Hoh wie der Regenwald aber "Hoh Humm" wie Schnarchen. Also: Schnarchbauernhof *g*) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wenn Sie gegen ein uriges Erlebnis nichts einzuwenden haben, Sie das Teilen von Bädern und WCs nicht abschreckt und Sie zudem ein irrsinnig tolles Frühstück genießen wollen, sollten Sie die Gelegenheit nutzen! Nach einer herrlichen Nacht in einem gemütlichen Zimmer mit bequemen Bett saß ich am nächsten Morgen mit einer bunt zusammengewürfelten internationalen Schar von wenigstens fünfzehn weiteren Gästen (Amerikanern, Russen (!), Italienern, spanisch/portugiesisch sprechenden Leuten und nicht zu vergessen mich selbst) an einem riesigen langen Holztisch, und während die Frau mir gegenüber ihr gekochtes Müsli aß, erzählte sie mir, daß sie für ein paar Monate deutsche Austauschstudenten zu Gast gehabt hatte, und die Deutschen - man muß es sich mal vorstellen - ihr Müsli roh essen würden! Ich grinste und antwortete: Weiß ich! Bin nämlich selbst Deutsche. - Wir alle lachten gemeinsam auf, weil die Situation einfach nur zu komisch war. Ansonsten gab es dort zum Frühstück alles, was das Herz begehrt: Von traditionellem Bakon und Eiern zu Toastbrot und Cerials bis hin zu frischem selbstgebackenen Brot, Pancakes, Obstsalat und einer unglaublich fruchtigen selbstgemachten Himbeermarmelade. - Yummy! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Pazifikküste und Indianerreservate | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Küste | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wenn ich schon dachte, mit den Regenwäldern das Beeindruckendste auf der Olympischen Halbinsel gesehen zu haben, dann sollte mich die Pazifikküste doch noch eines besseren belehren. Jeder Tag den wir dort verbrachten, war angefüllt mit unvergleichlichen Eindrücken und an jedem Abend hatten wir einen atemberaubend schönen Sonnenuntergang. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Treibholz, von den Winterstürmen angeschwemmt, stapelt sich dort meterhoch an der Küste auf. Gewaltige Baumstämme, von Salz und der Sonne gebleicht, liegen wie wahllos | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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übereinandergestapelte Knochen uralter Fabelwesen an den Stränden. Bunte Seesterne tummeln sich zu Hauf während der Ebbe in steinernen Tümpeln und vom Festland abgetrennte, mit Bäumen bewachsene felsige Inseln stehen vor der Küste wie die trutzigen Burgen versunkener Königreiche. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der Wald und das Meer scheinen sich beständig zu bekriegen - wobei der Wald in diesem Fall die schlechteren Karten hat, da seine Bäume entwurzelt ins Meer gespült werden. Die Pazifikküste dort oben ist für manche Überraschung gut, so konnte ich es kaum glauben, als in nicht mal hundert Metern Entfernung vor mir ein Seelöwe kurz an Stand ging und sich in aller Seelenruhe umblickte. Und mit ein bißchen Glück kann man sogar in einigen stillen Buchten hin und wieder Wale sehen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Reservate | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Vergessen Sie Ihre romantische Vorstellung davon, dort Indianer zu treffen, die noch in traditioneller Kleidung herumlaufen. - Seien Sie real! Die Indianer an der Küste leben vom Fischfang, teilweise von den Touristen und dem Glücksspiel. - Ja, Glücksspiel. Den Glücksspiel ist in Washington verboten (wie in fast allen amerikanischen Staaten) und nur den Indianern ist es erlaubt, auf ihrem Reservatsgebiet Casinos und Glückspielhallen zu errichten. - Und so können die Indianer die Weißen wenigstens doch noch ein klein bißchen abzocken! Der Eindruck, den die Reservate mir vermitteln, war teilweise deprimierend. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Besonders das Reservat der Quileute Indianer bei La Push machte einen eher desolaten Eindruck auf mich. Wir übernachteten dort in einer Anlage am Strand (First Beach), in einer Art Ferienwohnung (man kann dort auch "Cabins" - Ferienhäuser - mieten). Der Abfluß unseres Handwaschbeckens in unserer Unterkunft war total verstopft und während den zwei Tagen unseres Aufenthalts schafften es die indianischen Verwalter nicht, diesen zu reparieren - was eine ziemlich eklige Angelegenheit war. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Blick aus unserer Selbstverpflegungsunterkunft | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Und dennoch war unser Aufenthalt dort für mich aus ganz anderen Gründen ein unvergeßliches Erlebnis! Der Strand war lang und wunderschön, und an einem Abend machten wir mit dem dort überall aufgetürmten Treibholz ein fast mannshohes Lagerfeuer (nicht vergessen dafür die Lizenz bei der Verwaltung zu erwerben!). | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| mein Geburtstag am Pazifik! | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wir feierten unter fast wolkenfreien Himmel und in sternklarer Vollmondnacht meinen Geburtstag! Beim Lagerfeuer waren Rotwein, Räucherlachs, Räuchermandeln, Käse und Tomaten mein Geburtstagsessen, während die Sonne den Abendhimmel | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| aufflammen ließ um dann gemächlich hinter James Island im Pazifik zu versinken. - Geht's noch romantischer ... | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nach unseren zwei Tagen in La Push fuhren wir weiter nach Rialto Beach, wo ich einen Strand im Nebel erleben durfte. Doch ebenso schnell wie der Nebel aufgetaucht war, verzog er sich wieder und James Island tauchte wie das mystische Avalon aus dem Nebel vor der Küste wieder auf ... | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wir fuhren weiter bis zum äußersten Zipfel der Halbinsel, nach Neah Bay, wo die Nation der Makah Indianer ihr Reservat hat. Diese Reservat machte einen wirklich guten Eindruck auf mich (gepflegt und nicht verkommen) und Bill meinte, das würde daran liegen, daß das Makah Reservat ein "trockenes" Reservat sei. - Das heißt, es gibt dort keinen Alkohol zu kaufen, und so weit ich weiß, ist es auch illegal, Alkohol ins Reservat einzuführen. Eine vernünftige Sache, da der Alkoholismus ein echtes Problem für die Ureinwohner Amerikas ist. - Was auch immer die Gründe dafür sind, ich will es auf meiner Seite nicht diskutieren! Respektieren Sie einfach die Ge- und Verbote im Reservat der Makah (übrigens das einzige "trockene" Reservat im State Washington) und verzichten Sie vollständig auf den Genuß von Alkohol während Ihres Aufenthalts. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Zu erwähnen sei noch unbedingt das Makah Museum in Neah Bay! Wenn Sie mehr über das harte Leben der Makah vor dem Einfall der Weißen in ihr Land wissen wollen, alte Artefakte, Flecht- und Webarbeiten sehen möchten oder | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Souvenirs zu fairen Preisen erwerben wollen, dürfen sie auf ein Besuch des Museums nicht verzichten. Außerdem gibt es in Neah Bay auch Kunsthandwerker, die selbstgefertigten Schmuck, Körbe, Trommeln, Masken, Kunstdrucke oder auch T-Shirts verkaufen. Ich kaufte eine Halskette bei: Raven's Corner. Inhaberin: Melissa Peterson (http://ravenscornerindianart.homestead.com/), PO Box 263, Neah Bay, WA 98357 Von Neah Bay aus führt eine Straße nach Cape Flattery, und ein kleiner Waldwanderweg wird Sie direkt zum Aussichtspunkt an der Spitze des Kaps führen. Von dort aus können Sie Vancouver Island (Kanada) sehen, und wenn Sie Glück haben, werden Sie in der Bucht Wale beim Jagen beobachten können. - Ich selbst hatte dieses Glück! | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||