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Severus Snape und Harry Potter
Harry ist Snape von Anfang an ein Dorn im Auge. Er ist für Snape der Stachel im Fleisch, der ihn immer wieder an seine Fehde mit den Marauder und allen voran an James Potter erinnert. - Und zwar jedes mal wenn er Harry sieht, denn wie wir wissen, sieht Harry seinem Vater sehr ähnlich, nur daß er die Augen der Mutter hat.

Eine schlechte Ausgangsposition für Harry, der viele Jahre nicht einmal weiß, warum Snape ihn so auf dem Kicker hat.

Bisweilen fragt man sich schon, warum ein Erwachsener einem Kind die Fehler seiner Eltern so nachträgt. Andererseits kennt man doch auch von sich selbst, die Falle der Vorverurteilung, in die man immer wieder mal hineintritt. Warum also sollte es einem Lehrer auf Hogwarts da anders gehen?

Harry ist für Snape der lebende Beweis dafür, daß der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Snape gibt Harry nicht die geringste Möglichkeit, ihm das Gegenteil zu beweisen. Er hätte allerdings auch kein Interesse daran, denn es macht ihm durchaus Freude, Harry so zu drangsalieren. Sieht er Harry und seine Freunde, wird er vermutlich jedes Mal an die Marauder erinnert und an die eigenen erlittenen Erniedrigungen, was ihn dann ohne Zweifel zu weiteren kleinen Gemeinheiten ihnen gegenüber anstachelt.

Snape ist alles andere als ein gerechter Pädagoge. Er bevorzugt die Mitglieder seines eigenen Hauses und genießt durchaus die Macht, die ihm als Hauslehrer gegeben ist. Daß Dumbledore dem Treiben Snapes dabei so ruhig zusieht, erklärt J.K. Rowling in einem Interview so, daß Dumbledore denkt, zu den Lektionen des Lebens müssen auch ungerechte Lehrer gehören.

Snape sieht in Harry nur eine jungere Ausgabe eines James Potter. Er glaubt in ihm die gleiche Arroganz, die gleiche Respektlosigkeit Regeln gegenüber und den selben Wunsch im Mittelpunkt zu stehen erkennen zu können, wie bei seinem Vater. Der Lehrer für Zaubertränke käme nicht auf die Idee, sich zu fragen, ob er möglicherweise in Harry nur das sieht, was er sehen will.

Tatsache ist: Snape gibt Harry keine Chance, aus dem Schatten seines Vaters hervorzutreten. Snape will in Harry nur eine Neuauflage des James Potter sehen. Er will Harry schikanieren, sobald dieser ihm auch nur den leisesten Ansatz dazu gibt.

Manche Wunden sind so tief, daß sie nie wirklich verheilen. Und die Narben schmerzen selbst noch Jahre später genauso sehr wie am Anfang, als die Wunden geschlagen wurden. Wir haben nur Ausschnitte aus Snapes Erinnerung gesehen und kennen das Zusammentreffen der Marauder mit Snape nur aus Erzählungen. Wir wissen nicht, wie sehr die Marauder Snape das Leben schwer gemacht haben, wie sehr sie ihn gedemütigt haben. Doch das böse Blut, das zwischen Ihnen floß, hat sich auf die Beziehung Snape / Harry übertragen.

Die Situation Severus Snape / Harry Potter ist ziemlich verfahren. Besonders nachdem Harry dabei zusehen mußte, wie Snape Dumbledore tötete. Daß die beiden jemals einen respktvollen Frieden miteinander schließen können, ist eher unwahrscheinlich.

Schade!


Severus Snape und die Todesser
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