Snape index  
Allgemein Bekanntes; Vermutungen zur Kindheit
Nach allem was wir wissen, war Snape anscheinend von Anfang an ein Außenseiter. Sein ungepflegtes Äußeres trug garantiert einen Großteil dazu bei. Seine fettigen Haare, seine blasse Haut, seine magere ungesunde Erscheinung und sein Hang sich in schwarz zu kleiden sind auch heute noch nicht dazu geeignet, Sympathien hervorzurufen.

Sirius Black sagte einmal, daß Snape schon als Erstklässler mehr Flüche drauf hatte, als die Hälfte der Siebtklässler. Keiner aber scheint sich darüber Gedanken gemacht zu haben, warum dem so war.

Was wissen wir über Flüche? Viele von ihnen dienen sowohl Angriff als auch Verteidigung, manche allerdings scheinen keinen weiteren Sinn zu haben, als seinen Gegner zu erniedrigen, ihn zu quälen und/oder zu brechen. Was also könnte einen gerade mal Elfjährigen dazu gebracht haben, all diese Flüche schon zu kennen und wohl auch schon teilweise benutzt zu haben? Welche Vergangenheit verbirgt sich hinter solchem Wissen bei einem Elfjährigen?

Mit Sicherheit keine glückliche oder unschuldige Kindheit.

Von Spekulationen über einen gewalttätigen Muggelvater mal abgesehen, könnte ich mir vorstellen, dass gerade die Reinblutfamilie Prince alles andere als begeistert war, daß sich ein Familienmitglied, eine Reinbluthexe, in einen Muggel verliebte, mit ihm durchbrannte und schlimmer noch, sogar ein Halbblutkind von ihm bekam.
Aus einer solchen geistigen Haltung heraus konnte es für die Familie Prince nur eine Konsequenz geben:
Ein Halbblut ist ebenso schlimm oder eigentlich sogar noch schlimmer als ein Schlammblut, da es die reine Blutlinie verdirbt. Eine echte Familienschande, die man besser totschweigt oder besser sogar:
Einfach diesen Makel aus der Erblinie ausradieren! Unzählige Beispiele aus der Geschichte der Menscheit zeigen immer wieder dieses Denkmuster auf, und die Zauberer aus wundervollen der Welt der JKR sind auch nur Menschen, wenn auch mit besonderen Fähigkeiten.

Severus Snape dürfte von seiner Familie ungeliebt aufgewachsen sein. Ob seine Mutter zu ihm stand oder ihn als „Sündenfall" betrachtete, ist nicht bekannt. Wenn sie zu ihm stand, dürfte sie in letzter Konsequenz von der Reinblutfamilie Prince verstoßen worden sein.
Sollte sie sich von Mann und Kind abgewandt haben und in den Schoß der Familie zurückkehrt sein, hatte Severus Snape nur noch den anscheinend gewalttätigen Muggelvater, der mit Sicherheit keinen Zauberer als Sproß haben wollte.

Meiner Meinung nach war Severus Snapes Kindheit ein ständiger Kampf ums Überleben. Und den konnte er nur mit Unterstützung seiner Mutter gewinnen. Unklar hingegen ist, wie offen diese Unterstützung war. Hatte Eileen Prince ihren Sohn in der Muggelwelt zurückgelassen und war zu ihrer Familie zurückgekehrt? Lehrte sie ihren Sohn aus der Ferne die Dunklen Künste, um ihm ein Überleben zu sichern? Gegen den Vater und die eigene Reinblutfamilie?
Oder lebte sie ausgestoßen von der Familie mit ihrem Sohn zusammen, kämpfte mit ihm für sein Recht auf ein Leben in der Zaubergemeinschaft?
Mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung standen?
Auch wäre vorstellbar (nicht für mich), das Eileen Prince mit ihrem Sohn in der Zaubererwelt bei ihrer Familie lebte. Doch hätte diese Familie das Halbblut Severus akzeptiert? Ich denke nicht. Und sollte die letzte Vermutung zutreffen, wäre Severus Snapes Kindheit in der Tat die Hölle gewesen. Denn schlimmer als die Vernachlässigung, die ein Harry Potter bei Familie Dursley erlebt hat, ist das ständige unter die Nase gerieben kriegen, daß man nur ein Halbblut und nichts wert ist.

Natürlich könnte es auch sein, daß all diese Gedanken falsch sind und Severus Snape einfach nur ein boshafter Bastard ist. Von Grund auf verdorben. Aber da ich mir Snape lieber als dunklen Helden vorstellen möchte, möge der Leser meines Essays mir darin vergeben, daß ich - na ja, nach allen möglichen Ausreden für den fiesen Charakter von Severus suche. ;-)

JKR sagte einmal in einem Interview, daß auch Snape einmal geliebt wurde. Von wem und wann ließ sie offen. So könnte ihn durchaus seine Mutter geliebt haben aber auch eine romantische Liebe ist in diesem Zusammenhang möglich.

Ich denke, daß Eileen Prince ihren Sohn geliebt hat. Mehr Beweise als ein altes Zaubertrankbuch gibt es dafür nicht. Doch irgendwer muß ihn auch die Flüche gelernt haben. Flüche, von denen ich glaube, daß sie ihm das Überleben in seiner Kindheit sicherten. Denn sollte er tatsächlich in der Familie seiner Mutter aufgewachsen sein, hatte er diese bitter nötig.

Wie offen Eileen Prince ihm ihre Liebe zeigte, sei dahingestellt. Ich glaube allerdings nicht, daß sie eine wirklich liebevolle Mutter war. Schließlich war Severus Snapes Existenz der Grund ihres gesellschaftlichen Falls (dies ist eine reine Vermutung, da über Snapes Mutter nach seiner Geburt nichts bekannt ist). Nichtsdestotrotz war er ihr Sohn und vielleicht errang er ihre Zuneigung und Aufmerksamkeit durch den geschickten Einsatz der Magie, die sie ihm beibrachte. Einem Kind ist es egal, wie es die Anerkennung seiner Mutter gewinnt.


weiter: Severus Snapes Zeit als Jugendlicher in Hogwarts

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