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Busfahren auf Malta: Eine unendliche Geschichte voller Spaß!

Die Busse und die Fahrer

Die schrillste Busfahrt, die ich erleben durfte

Der Signalgeber oder wie bringe ich den Buss zum Stoppen ...

Sonstiges zum Busfahren

 
Busfahren auf Malta:

Eine unendliche Geschichte voller Spaß!

Im Normalfall vermeide ich es, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Sie sind unbequem, teuer und zudem sind die Fahrtzeiten viel zu lang.
Man muß zur nächsten Haltestelle laufen, steht sich dort endlos lange die Beine in den Bauch, wartet bei Kälte, Regen, Wind und Schnee oder auch in knallpraller Sonne und bei brütender Hitze auf Busse und Bahnen, die oft genug schlechtgeplante Anschlußzeiten haben.
Anschließend sitzt oder steht man fast immer neben Menschen, um die man im Normalfall einen großen Bogen machen würde oder findet sich inmitten einer Horde lärmender unhöflicher Schulpflichtiger wieder.
Von den interessanten um nicht zu sagen verwegenen Düften, die einem bisweilen die Nase umwehen, schweige ich lieber.
Um es auf den Punkt zu bringen:
Man verplempert ganz einfach sein Geld und seine Zeit. Selbst mein ökologisches Gewissen kriegt mich nicht dazu, regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel in Deutschland zu nutzen. Wenn ich es dennoch mal tue, dann nur aus purer Verzweiflung.

Nicht so auf Malta.

Busfahren auf Malta macht Spaß! Es ist ein lustiges Abenteuer und wer nicht mitmacht, der hat keine Ahnung, wieviel Spaß er verpaßt. (Übrigens habe ich einen seltsamen Humor ;- ) very british)

Allgemeines zu den öffentlichen Verkehrsmitteln:

Als öffentliches Transportmittel gibt es nur Busse auf Malta. Diese fahren alle sternförmig von Valletta aus über die Insel. Und dabei kann es durchaus vorkommen, daß man schneller an seinem Ziel angelangen kann, wenn man von einem Städchen (in dem man gerade etwas besichtigt hat) zum nächsten läuft, als wenn man versuchen würde, mit dem Bus dorthin zu gelangen.

Ein halbstündiger schöner Spaziergang kann einem eine mehr als einstündige Fahrtzeit ersparen (allerdings ist das nicht empfehlenswert, wenn nur eine vielbefahrene Hauptstraße zur Verfügung steht).
Auf jeden Fall bekommt man so ein wenig von der Fauna und Flora Maltas mit, und an der Küste ist es einfach eine schöne Sache. - Empfiehlt sich vermutlich aber nur im Winter und Frühling, da die Insel ansonsten wohl eher ziemlich heiß und vertrocknet ist.

Busfahren auf Malta ist billig! Man zahlt jedes Mal, wenn man einen Bus betritt, und zwar vorn beim Fahrer. Leider kann es dabei zu einem ganz schönen Ein- und Ausstiegsstau kommen. Also bitte immer zuerst die Leute aussteigen lassen und am besten das Fahrtgeld auch schon passend parat halten.
Da hat es einer eilig!
Busbahnhof Valetta
Der Triton Brunnen, beliebter Treffpunkt am Busbahnhof
Ein Bild wie ein Klassiker! Triton Brunnen mit Bus.

Preise (alle vom Stand 12.2005):
Eine normale Fahrt kostet für Erwachsene 20 Cent.

Das sind grundsätzlich die Fahrten von Valletta - und nach Valletta. Wenn man dazwischen dazusteigt, kosten das auch 20 Cent. Die Fahrtstrecke hat auf den Preis kaum keine Auswirkung.

Aber natürlich gibt es Ausnahmen!

Fahrten zwischen Direktzielen kosten 50 Cent.
Das sind Fahrten von den großen Touristenzentren, wie Sliema und Bugibba, die nicht über Valletta führen, sondern stattdessen direkt die Stätten des touristischen Interesses ansteuern. Z. B. den Fährhafen Cirkewwa für Überfahrten zur Insel Gozo, die stille Stadt Mdina einschließlich Rabat oder den malerischen kleinen Hafen Marsaxlokk.

Ebenfalls muß man 50 Cent berappen, um an entlegene Ziele zu gelangen, etwa zum Hagar Qim und Mnajdra Tempel. - Ob es sich dabei um Touristenabzocke handelt, weiß ich nicht. Schließlich bezahlen das auch die Malteser, die auf den Bus angewiesen sind.

Man zahlt an Sonntagen grundsätzlich einen Aufschlag. Das sind bei Normalfahrten 25 statt 20 Cent.
Außerdem zahlt man für Fahrten, die verschiedene Zonen durchqueren entweder 23 oder 50 Cent pro Fahrt. So ganz habe ich das nicht geblickt. Aber die Malteser sind ehrliche Leut' und der Busfahrer wird einen wegen ein paar Cent schon nicht bescheißen.

Und mal ganz ehrlich. Meckern kann man bei diesen Preisen nun wirklich nicht. Hmm, außer natürlich man kommt aus deutschen Landen.

Hintergrund:
Tatsächlich durfte ich mir mal eine peinliche Szene mit einer jungen Deutschen ansehen, die mit dem Fahrer über den Fahrpreis diskutierte. Sie wollte ihm weismachen, daß sie nur 20 Cent zu zahlen hätte.
Wäre ich der Fahrer gewesen, ich hätte die kleine Klugscheißerin vermutlich aus meinem Bus geschmissen! Sollte sie doch auf den nächsten warten. Denn wenn sich sie sich die Mühe gemacht hätte, auch mal den Fahrplan, den sie in ihren Händen hielt, genauer anzusehen, dann hätte sie die Preisangabe dort sogar lesen können!

Also zusammenfassend kann man sagen: Die teuersten Fahrten kosten einfache Strecke 50 Cent. Und wenn man zwischendurch nicht aussteigt, kann man für den Preis fast von einem Ende der Insel zum anderen gelangen.
Es gibt auch Tages- und Wochenkarten.

1 Tag für Lm 1,50
3 Tage für Lm 4,00
5 Tage für Lm 5,00
7 Tage für Lm 6.00
Inwieweit sich diese Tickets für einen lohnen, muß jeder selbst entscheiden. Ich hatte mir das 7 Tageticket zugelegt und empfand es als sehr angenehm, überall dort aussteigen zu können, wo es mir gefiel, oder wo ich im Vorbeifahren etwas Interessantes gesehen hatte. Ich mußte mir keine Gedanken machen, ob ich in einem 50 oder 20 Cent Bus saß und wenn ich zu den typischen Touristenstätten wollte (die 50 Cent Busse), konnte ich, so oft ich wollte, rein oder heraus springen. Das hatte durchaus Vorteile.

Falls Sie sich zum mehrere Tage gültigen Ticket entscheiden, sollten Sie eine Plastikschutzhülle (z. B. die einer Scheckkarte) bereithalten. Denn die bekommen Sie nicht beim Kauf mitgeliefert. Und dieses mehrtägig gültige Ticket ist genauso dünn, wie das normale - welches die tolle Faxpapierqualität hat.

Übrigens kontrollieren die Malteser auch. Also immer schön aufbewahren! Irgendwann springt nämlich ein sympathisch aussehender junger Mann während der Fahrt in den Wagen und sagt: "Tickets, please" und dann sollte man dem nicht mit lahmen Ausreden kommen. Der Kontrolleur wird sich ihres Tickets annehmen und es - vor Ihrem geschockten Blick - einreißen.
Malteser Entwertung! - Allein schon aus diesem Grund, sollten Sie das Wochenticket in einer Schutzfolie aufbewahren!

So, und damit kommen wir nun zum Eigentlichen, was das Busfahren auf Malta so besonders macht.
 
Die Busse und die Fahrer:
Als ich mich das erste Mal in einen der maltesischen Busse setzte, und der Fahrer schließlich losfuhr, bekreuzigte sich die Frau neben mir. - Ich schluckte! - Das war meine erste Erfahrung mit dem Busfahren auf Malta.
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Maltas Busflotte ist einmalig. Es sind topgepflegte Oldtimer darunter, ebenso, wie moderne gerade mal ein paar Jahre alte Busse, die einen mehr an einen komfortable Reisebus als an ein öffentliches Transportmittel erinnern.

hübscher Oldi
Weihnachten im Bus! Klasse, was?
Auf Malta fährt man nur mit göttlichem Segen!
 
 
Aber es befinden sich auch wirklich alte ausgelutschte Gurken darunter, bei deren Anblick man sich unwillkürlich fragt, warum sie noch rollen.

Wenn Sie einen der Busse betreten, denken Sie bitte daran, Sie betreten die Welt des Fahrers. Und manchmal, so scheint es, betreten Sie auch eine andere Zeitzone.

Die Busse sind in den meisten Fällen Eigentum der Fahrer, und diese somit selbständige Kleinunternehmer.
Es kann durchaus vorkommen, daß ein Fahrer keine Lust mehr hat, und Sie mitsamt den anderen Mitreisenden an der nächsten Haltestelle aussetzt und anschließend heimfährt. - Eher unwahrscheinlich doch es soll Gerüchten zufolge schon vorgekommen sein.
Mir nicht.
Wer weiß, vielleicht handelt es sich dabei doch nur eine moderne Legende, so wie die in der New Yorker Kanalisation angeblich lebenden Krokodile.

Mein Tip an Sie ist folgender:

Wenn Sie einsteigen, betrachten sie sich die Fahrerkabine und das Außenrum. Sie werden tolle Sachen entdecken, und daß ist es, was so Spaß macht.

Die Fahrerkabinen sind ebenso individuell wie die Busse, doch sie haben eine Gemeinsamkeit: Grundsätzlich immer werden die Fahrerkabinen mit unglaublich kitschige Heiligen-, Madonnen- und Jesusbilder verziert.
Von der Sonnenstrahlung ausgeblichen klemmen sie hinter der Plastikverkleidung am Fahrerfenster.
Dort lächelt dann einem ein ziemlich blasser Jesus mit segnenden Händen oder die Madonna mit dem leuchtendem Herzen der Nächstenliebe entgegen. - Manchmal ist auch der Papst dabei (welcher auch immer).
Lustig wird's dann, wenn zwischen den offiziellen Heiligen die persönlichen Helden der Fahrer hängen.
Da kommt es schon mal vor, daß zwischen der Madonna und Jesus ein Mad Max, Bob Marley oder diverse Fußballstars gequetscht werden! Alles mit eigenen Augen gesehen. *g*
Übrigens werden Sie auch kleine pastellfarbene (vermutlich ehemals bonbonfarbene) Plastikfigürchen, die an dem Armaturenbrett festgeklebt sind, entdecken können. Natürlich sind es Jesus, Madonna und diverse Heilige - glauben Sie nur nicht, daß es sich dabei um etwas anderes handeln könnte ...
Und was ganz besonders nett ist:
Schreine!
Oh ja, echte, teilweise sogar beleuchtete Schreine. Integriert in die Fahrerkabine. Selten zwar und ob es an der Weihnachtszeit lag, weiß ich nicht, aber ich hätte mich wegwerfen können, als ich meinen ersten Heiligenschrein (keine Krippe!) im Bus gesehen hab!

Busfahren auf Malta macht Spaß!

Es gibt noch eine andere Besonderheit zu unseren öffentlichen Verkehrsmitteln:
Musik!
Oh ... und glauben Sie bloß nicht, der Fahrer berücksichtigt dabei Ihren Musikgeschmack! *g*
Beim Busfahren auf Malta kam ich in den Genuß von: 40er Jahre Swing, 50er und 60er Jahre Rock 'n Roll, 70er Jahre Disco sowie Flower Power, Heavy und Metall Rock.
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