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Sie ist laut, bunt, grell, hektisch und oft genug ziemlich siffig. Sie ist eine Punkerbraut ... eine Gothprinzessin ... manchmal ist sie aber auch die Grand Dame der besseren Gesellschaft.

Sie ist die Königin eines untergegangenen Weltreichs ...

Wandelbar wie ein Chamäleon kommt sie daher. Oft genug totgesagt, kehrt sie immer wieder in neuem Selbstbewußtsein erstrahlend zurück. Von zeitloser Schönheit scheint sie zu sein. Und in den Momenten, in denen sie dich anlächelt und dir ihre Gunst schenkt, weißt du, was ein verliebter Narr fühlt.

Oh ja, in diesen Momenten ist London das Beste, das dir passieren kann.

... und dann gibt es noch die anderen Momente, jene, in denen sie dir ihr anderes Gesicht zeigt.

Ganz grau und abgeschafft. Verbraucht und bar jeder Hoffnung scheint sie nur noch darauf zu warten, daß jemand in gütigem Erbarmen das Licht ausschaltet und sie ihre müden Augen schließen kann ... endlich zur Ruhe kommt.

Doch das wird nie geschehen ... und das weiß sie ...

Es gibt nichts, das sie überraschen könnte. - Außer vielleicht ihre eigene Beliebtheit. - Wundert sie sich manchmal über die ungetrübte Begeisterung, mit der ihre Besucher ihr begegnen? Oder nimmt sie diese einfach nur mit der gleichen Selbstverständlichkeit entgegen, mit der eine Königin den ihr zustehenden Respekt entgegennimmt?

London ist ein Phänomen. Schon als ich das erstemal durch ihre Straßen ging, verliebte ich mich in sie. - Und daran hat sich im Lauf der Zeit nichts geändert. Von einer unstillbaren Sehnsucht getrieben zieht es mich immer wieder in ihre Arme zurück.

Sie hat mich buchstäblich ausgeraubt, mir blutige Füße verschafft, mich schwitzen, im Regen stehen oder auch frieren lassen. Sie hat mir mein sauer verdientes Geld mit horrenden Eintrittspreisen oder auch in schäbigen und überteuerten Rucksackmassenunterkünften (eine Minidusche für Fünfzehn) aus der Tasche gezogen.

Manchmal verwöhnte sie mich mit einem opulenten englischem Frühstück (full english, luv?), manchmal gab es nur sauer gewordene Milch zum rabenschwarzen Tee.

Ach London, meine Liebe, du kannst machen was du willst, doch mich wirst du nicht mehr los!
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