Lanzarote im Winter 2006
Lanzarote überraschte! Im Sommer 2006 war ich in Island und hatte mich dort in die von Vulkanen geformte wilde Landsschafte verliebt. Im Winter wollte ich wie jedes Jahr Schnee und der Kälte entkommen. Doch wohin? Island im Winter? Brrr... nicht gerade angesagt, um Schnee und Kälte zu entkommen.
Nach Malta war ich die vergangenen zwei Jahre geflogen und wollte eigentlich nicht schon wieder dort hin. Eine Arbeitskollegin, die meine Vorlieben kennt, empfahl mir Lanzarote. Sie sagte, jede Menge Steine und Vulkane. Ich wurde hellhörig ...
Die Kanaren? War das wirklich etwas für mich?
Ich informierte mich und für mich schien die Insel wirklich geeignet zu sein. Wild und ursprünglich, Feuerberge, Vulkankegel, Kakteen und Gestein. Schwarze und weiße Strände, Palmen und Touristen.
Im Gegensatz zu meinen anderen Reiseberichten möchte ich mich bei Lanzarote kurz halten.
Zu den Kanaren wie auch Lanzarote gibt es jede Menge Infos - käufliche im Buchladen und unentgeltliche im Netz - so dass ich dazu nicht viel mehr dazu beisteuern muss.
Außerdem kann man bei so einer kleinen Insel auch nicht gerade ausschweifend werden. Hier das touristisch interessanteste:
| Sonnenuntergang Timanfaya Nationalpark |
Nationalpark Timanfaya:
Den sollte man sich ansehen und die angebotene Bustour, die im Eintrittspreis (2006) enthalten ist, sollte man unbedingt mitmachen,
da man den Park nicht auf eigene Faust erkunden darf.
Alles, was mit Cèsar Manrique, dem auf Lanzarote geborenem Künster zusammenhängt, ist empfehlenswert. Das wären:
| Jardin de Cactus, Lanzarote |
Die Windspiel-Skulpturen, die sich überall auf der Insel auf größeren Kreuzungen wiederfinden;
Die Grotte Jameos del Agua;
Den Kakteengarten Jardin de Cactus;
| Werk von C. Manrique , Lanzarote |
Der Aussichtspunkt Mirador del Rio, besonders das dort in den Fels geschlagene Restaurent;
Manrique's Wohnhaus mit angeschlossenem Museum.
Das besondere an seinem Haus ist, dass er sein Wohnhaus unterirdisch in eingeschlossene Blasen von erkalteten Lavaströme baute. Manrique war ein Allround-Künster. Maler, Bildhauer, Architekt und Landschaftsgestalter.
Die Vulkanhöhlen Cueva de los Verdes. Ebenfalls Höhlen, die von Lavaströmen geschaffen wurden. In die Höhlen ist ein großer Konzertsaal integriert, der beeindruckende Ausmaße hat. Gerne hätte ich, des Klanges wegen, dort ein Konzert miterlebt, aber in den 14 Tagen, in denen ich dort war, fand keines statt.
El Golfo ist eine kleine irritierend grüne Lagune, die nahe dem Nationalpark Timanfaya gelegen und recht hübsch anzusehen ist.
Schönes Fotomotiv, ansonsten nichts besonderes.
In der ehemaligen Hauptstadt der Insel, Costa Teguise, findet jeden Sonntag einen großen Markt statt, auf dem man von falschem und echten Lavasteinschmuck, lokalen Leckereien, guten Aloe Vera Produkten, bis über Kleidung und sonstigen Touristennepp, alles mögliche kaufen kann. Viele Afrikaner bieten auf dem Markt typischen afrikanischen Touristennepp an, wer so etwas mag, ist dort richtig. Alles in allem herrscht dort eine freundliche Flohmarktstimmung, nur das die Waren allesamt neu sind.
| Costa Teguise, echt falscher Lavasteinschmuck. Die Feuerzeug-probe brachte es zutage. |
Tipp: Falschen Lavastein- schmuck erkennen Sie daran, dass er zu glänzend ist und wenn Sie mit einer Feuerzeug- flamme den "Stein" erwärmen, wird er anfangen nach Plastik zu riechen.
Keine Angst, er brennt nicht. Diese falschen - sehr echt wirkende - "Steine" werden aus Gesteinsmehl und einem Binder (Klebstoff) zusammen-gebacken. Der Schmuck ist meist sehr schön und wenn es Sie nicht stört, dass er künstlich ist, kann sich dort günstig bedienen. Nur sollte man sich nichts Falsches als Echtes aufschwatzen lassen. Wer echten Lavasteinschmuck will, der muss dafür mehr ausgeben.
Schöne unbeaute Strände finden sich an der Südostküste, die Playas del Papagayo. Klingt nach Papagei? Liegt daran, dass das Farbenspiel der Strände,
der Felswände und des Wassers recht bunt ist.
Nur unweit der wilden Strände, ebenfalls im Südosten Lanzarotes findet sich Puerto del Carmen, eine typische Touristenstadt. Nachtclubs und Discos, Restaurants, Bars und Geschäfte. Wem die Insel zu verschlafen und ruhig ist, der ist hier richtig. Allerlei Wassersportangebote oder sonstige Ausflugsangebote finden sich hier.
| Zwischen Arrieta und Orzola |
Genau am anderen Ende der Insel, findet sich eine wilde Landschaft, die von Wander- dünen geprägt ist.
Schwarze Lavafelsen ragen kontrastreich aus weißem Sand. Sogar Kanarienvögel kann man dort finden.
Die Sprache ist spanisch, doch mit Englisch und in einigen Hotelanlagen sogar mit Deutsch, kann man durchkommen. Die Menschen sind mir allesamt sehr freundlich begegnet und obwohl ich kein spanisch kann, habe ich es immer geschafft, meinen Wünschen Ausdruck zu verleihen.
Viele Radsportler nutzen Lanzarote während dem Winter und im Frühjahr als Trainingsinsel. Daher ist auf den Straßen immer mit Radfahrern zu rechnen, die oft in einem irrwitzigen Tempo unterwegs sind. Vorsicht also beim Autofahren (vor allem bei Dämmerung) und vor allem immer Rücksicht nehmen. So ein Radfahrer hat keine Knautschzone.
| Wandern durch die Vulkanlandschaft |
Wandern kann problematisch werden. In jedem Fall braucht man sehr gute Wanderschuhe, da man die Scharfkantigkeit des Lavagesteins nicht unterschätzen darf.
Des weiteren war es für mich persönlich sehr problematisch, da ich ja mit meinem von der MS geschädigten Gleichgewichtssinn Schwierigkeiten habe.
Das Problemantische daran war, dass - und das steht in keinem Reiseführer - die ganze Insel aus Gegöll zu bestehen schein!
Große und mittelgroße Broken, aber vor allem kleine, unter den Schuhen schnell mal ins Rollen kommende faustgroße Lavabrocken.
Und schwupp - schon rutscht man aus und hat sich schnell mal an den scharfkantiken Brocken verletzt.
Meine Empfehlung für Wandern mit oder ohne Gleichgewichtsproblematik: Nur mit Wanderstock, z. b. diesen Walking Stöcken, die es überall (aber nicht auf Lanzarote!) zu kaufen gibt. Ansonsten Desinfektionsmittel und Pflaster mitnehmen.
Für Hobbygeologen ist die Insel ein Traum. Basalte, Tuffgestein und jenseits der Touristenpfade gelegene Lavahöhlen. Vulkanisches Glas glitzert in der Sonne und die Farbenpracht der Lava lässt einen vergessen, was für ein vegetationsloses Eiland die Insel doch ist. Mir gefiel es sehr gut auf Lanzarote. Ich kann mir vorstellen, das mich die Insel nicht das letzte mal gesehen hat. :-)
Hier zu den Fotoseiten.
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