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Von der Küste nach Uxmal und in die Puuk Region

 


Wer die Nase von der Küstenregion an der Karibik voll hat, kann wie ich für ein paar Tage aufs Land fahren. Gern hätte ich diesen Teil des Urlaubs ausgedehnt und auf dem Rest des Urlaubs im Hotel verzichtet, doch ich hatte leider schon von Deutschland aus die drei Wochen Hotelaufenthalt gebucht und bezahlt. Daher kam ein Umplanen des Urlaubs für mich nicht mehr in Frage.

Bild:Busbahnhof, Playa del Carmen
 Playa del Carmen , Busbahnhof

 

Wer sich ein Fahren durch Mexiko nicht zutraut, kann am Busbahnhof beim wohlorganisierten Busverkehr mitmachen. Mehr darüber kann man im Reiseführer "Reise Nnow-How" Yucatan / Chiapas lesen. Ein sehr guter Reiseführer, der so gut wie keine Frage unbeantwortet lässt. Absolut empfehlenswert.

 

 Ich allerdings hatte mir schon in Deutschland einen Mietwagen bestellt und Samstag stand dieser auch bereit. Meinem dreitägigen Abstich ins Landesinnere stand nichts mehr im Weg.

Playa del Carmen - Uxmal


Ich startete relativ spät aus Playa und fuhr auf der breiten Bundesstraße Mex 307 Richtung Cancun. Vor Cancun wechselte ich auf die mautpflichtige Mex 180D und fuhr diese leere Straße bis Chitzen Itza, wo ich auf die paralell dazu verlaufende Mex 180 wechselte.

Vorteil der 180 D ist, das man auf dieser Straße zügig voran kommt. Nachteil ist ganz klar: der Preis. Ich weiß, das mir die Maut auf der Streckt fast die Schuhe ausgezogen hat. Aber fragen Sie mich jetzt nicht, was es gekostet hat. Ich weiß es inzwischen nicht mehr. (Verdrängungseffekt)

Auch auf der gebührenpflichtigen Straße versteckt sich gern die Polizei in schattigen Buschdschungeleinfahrten (erst zu sehen, wenn man daran vorbei ist) oder unter Brücken. Obwohl die Straße einen zum Gasgeben verleitet, gilt auch hier die Geschwindigkeitsbegrenzung.

Ich wechselte also bei Piste auf die 180 und bekam mehr vom mexikanischen Alltagsleben mit. Die Straße war voller, LKWs vor einem, Fahrad- und Mopedfahrer dazwischen, immer wieder Läufer und Pick-ups auf beiden Straßenseiten, Eselwagen etc.

Ich war froh, dass ich die Strecke zwischen Chitzen Itza und Holca heil hinter mich brachte. Schließlich war das mein erster Tag auf Yucatans Straßen und ich wusste nicht, was mich noch auf diesen Straßen erwartete.

Von Holca aus fuhr ich über die Dörfer bis nach Ticul, einem relativ großen Städchen für die Gegend, und von dort aus zu meinem Ziel: Santa Elena.

War ich bei Holca noch optimistisch gewesen, mein Ziel vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen, musste ich später doch erkennen, dass es nicht hinhauen würde. Ich hatte die Rechnung ohne die Dunkelheit der Subtropen gemacht.

So schlimm konnte es nicht werden (dachte ich) und fuhr fröhlich drauf los.

Natürlich wusste ich zu dem Zeitpunkt nichts von den völlig unbeleuchteten Straßen im Buschdschungel, den Fahradtaxis zwischen den Dörfern, der nichtvorhandenen Ausschilderung, dem äußerst kreativen Fahrstil der Mexikaner oder dass ich mich verfahren würde.

Nun ja. Es war eine interessante Erfahrung, diese Reise nach Uxmal. Obwohl ich zwischendurch am Verzweifeln war (ich gebe es zu), hat es mir auch gleichzeitig Spaß gemacht. Manch einer mag sich nun Fragen, ob ich eine masochistische Tendenz habe. Aber nein! Für mich gehört das zum Thema "Alltagsabenteuer Mexiko". ;-)

Gegen 20 Uhr kam ich glücklich bei meiner Übernachtungsstätte in Sta. Elena an.

Ich weiß nicht, ob sich meine Gasteber Annette und Edgar zu dem Zeitpunkt Gedanken machten, ob ich noch ankommen würde, doch ich war einfach nur froh, es zu einer annehmbaren Zeit geschafft zu haben.

Sacbe Bungalows

Nach dem ich dem unerträglichem Luxus der Karibikküste entkommen und durch die frustrierende Armut der Dörfer gefahren war, hatte ich es endlich geschafft in meiner Unterkunft anzukommen.  Die Adresse hatte ich dem Yucatan/Chiapas Handbuch von Helmut Hermann entnommen (s.o.).

Meine Gastgeber waren Annette und Edgar, ein französisch mexikanisches Ehepaar, die in Sta. Elena Bungalows (Ferienhäuschen) an Touristen vermieten. Ich war skeptisch gewesen, ob es eine gute Idee gewesen war, dort unterzukommen, doch im Nachhinein bin ich froh, das ich das getan habe.

Skeptisch war ich wegen der nichtvorhandenen Klimaanlage. Die Hitze machte mir zu schaffen und nur mein klimatisiertes Auto ließ mich wenigstens etwas herumkommen. Doch meine Bedenken stellten sich als nichtig heraus. Ich schlief sehr gut in meinem Häuschen und brauchte sogar die bereitgestellte Zusatzdecke.

Nach einem Frühstück im riesigen Garten (eigentlich fast schon ein gepflegter Park) startete ich tagsdrauf nach Uxmal.


Uxmal und die Puuk Region

Schon am Morgen war ich in Uxmal (Uschmal ausgesprochen).  Noch war es temperaturmäßig angenehm und es trieben sich nur wenig Touristen herum. Es war bewölkt und regnete zwischendurch. Na ja, was solls, dache ich mir und freute mich über die wenigen Menschen, die wie ich durch die gepflegte Anlage schlenderten.

Leider darf man seit Anfang 2007 nicht mehr auf die Pyramiden, doch bei einem Treppenwinken von annähernd 60 Grad ist das ohnehin sehr gewagt.

Nach Uxmal wollte ich wegen der Pyramide des Zauberers und dem sogenannten Gouverneurspalast. Bauwerke von archetektonischer Meisterleistung.

Die Pyramide des Zauberers ist mit ihren 38 m die drittgrößte in Yukatan und insoweit außergewöhnlilch, als das sie nicht wie andere Pyramiden von rechteckigem Grundriss, sondern von ovalem ist. Ähnlich dem traditionellem Grundriss einer Mayahütten. Vom Gouverneurspalast aus gesehen, erhebt sie sich aus dem allgegenwärtigen Buschdschungel wie ein Berg und ist ein beeindruckendes Beispiel der Baukunst der Maya.

Der Palast des Gouverneurs ist mit seinem 100 m Länge und der harmonisch gestalteten Fassadenseite eines der beeindruckendesten Bauwerke der alten Maya. Die Dekoration und Länge des Frieses wie die Harmonie des Baus sind einzigartig in Yukatan. Direkt hinter dem Palast liegt noch eine weitere Pyramide, von der allerdings nur eine Seite freigelegt und restauriert wurde. Der Rest ist immer noch von Schutt, Geröll und dem Dschungelgrün begraben.

Ein Ballspielplatz und etliche weitere Gebäude ergänzen den Gang über die archologische Zone Uxmal, auf der man ohne weiteres den ganzen Vormittag verbringen kann.

Der Regen und die Bewölkung verzogen sich, die Schwüle nahm zu und als sich gegen Mittag Busladungen von Touristen breitzumachen begannen, war es für mich Zeit zu gehen.

Zu meiner eigenen Überraschung nahm ich drei junge Leute (ein Päärchen und ein Freund der beiden) mit, die per Anhalter am Ausgang von Uxmal standen. Es stellte sich herraus das die drei Austauschstudenten waren und in Mexiko-City studierten. Das Paar kam aus Frankreich, ihr Freund war US Amerikaner.

Die drei waren froh in einem klimatisierten Auto zu sitzen und schlossen sich gern meiner weiteren Erkundung der Puuk Rute an.

Kabah

Wir fuhren wieder an Sta. Elena vorbei nach Kabah.

Kabah ist ein weitläufiges Gelände mit einem Palast und noch vielen unausgegrabenen Gebäuden.

Der Palast wird "Palast der Masken" genannt und in der Tat zieren unzählinge Chaak Masken seine Wände. Chaak ist übrigens der Regengott der Maya, er hat eine Rüsselnase und war der in der Puuk Region am meisten verehrte Gott. Gerade diese Region war vollständig vom Regen abhängig, da es hier keine natürliche Zisternen und Zugänge zum Grundwasser gab. Vom Regen und der Ernte hing das Überleben der Menschen in den Großstädten (Uxmal) ab.

Ein Torbogen auf der gegenüberligenden Straßenseite zählt ebenfalls zu den besonderheite in Kabah.

Zwischendurch regnete es recht heftig (Chaak war mit uns), wir warteten ab und zogen dann weiter.

Sayil

Sayil bleibt mir in Erinnerung! Der Ameisen wegen. Und wie könnte es passender sein, heißt Sayil "Ort der Ameisen".

Ich war der Hitze wegen in Trekkingsandalen unterwegs und als wir in Sayil ankamen, stellte ich voller Entzücken fest, dass hier überall Ameisenstraße verliefen.  Ich mag Ameisen und generell bin ich ein Fan des Insektenvolkes.

Natürlich waren diese Ameisen nicht so klein wie die unseren, sondern kamen in ihrer Größe sehr gut an unsere roten Waldameisen heran. Rot waren sie übrigens auch. Ich blieb also stehen und starrte auf die fleißigen kleinen Scheißer, als die Jungs meine nackten Füße entdeckten!

Yo, was soll ich sagen? Mein Herummgezappel war bestimmt eine nette Slapstickeinlage für meine Turnschuhbefußten Begleiter. Ich jedenfalls blieb nicht mehr an Ameisenstraßen stehen, das können Sie mir glauben!

Sayil war unser letzer Besuchspunkt im Bezug auf Mayaruinen der Puuk Region. Inzwischen hatte uns der Regen öfter heimgesucht und wir hatten keine Lust mehr, noch mehr an Ruinen abzugrasen. Es war heiß, schwül und allein das klimatisierte Auto ließ uns immer wieder Kraft für die nächste Besichtigung finden. Aber irgendwann reicht es einfach.

Meine Begleiter luden mich zu einem Essen in einem tollen Lokal in Sta. Elena ein. Wir wollten uns am Abend noch die "Licht und Ton Show" in Uxmal ansehen und schafften das gerade noch so.

Ich persönlich fand die Show ganz nett, wenn auch etwas theatralisch. Wer sich jetzt etwas mit Darstellern vorstellt, liegt verkehrt. Es ist einfach eine Lichtshow, zu der man das in der Landessprache passende Band bekommt, und einem die Geschichte von Uxmal erzählt wird. Die Art des Erzählens ist übrigens das theatralische, denn es ist alles sehr blumig und ausschweifend erzählt.

Die Lichtshow dagegen ist wirklich sehenswert, da im Schein von Licht und Schatten die Fresken noch plastischer wirken und es einfach nett ist, in der Dunkelheit den Gouverneurspalast, wie ein Ufo über dem Dschungel schwenend, auftauchen zu sehen.

Ich hätte die Drei anschließend nach Tical gefahren, doch sie erwischten am Eingang noch einen Direktbus nach Merida, wo sie übernachteten. So trennten sich unsere Wege.

Ich fuhr wieder nach Santa Elena, wo ich eine weitere Nacht in den Sacbe Bungalows verbrachte.  Am nächsten Tag wollte ich Richtung Chichen Itza starten und dort übernachten, so dass ich gleich am daraffolgenden Morgen meine Besichtigung starten konnte.

 

Zu Teil zwei


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