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Benbecula
Erwähnenswert ist der relativ große CoopMarkt, gelegen an dem Ende der Insel, das mit South Uist verbunden ist - für den Fall, daß Sie Vorräte auffüllen müssen. Ansonsten soll die Community School gut sein - so sagte es mir das schottisches Ehepaar, das mit dem VW Bus unterwegs war. Dort kann man schwimmen gehen (Hallenbad), und die Cafeteria wird auch während der Sommermonate (Schulferien) betrieben. Es ist sozusagen das gesellschaftliche Zentrum der Insel.
Ich verpaßte die Abfahrt zur Community School und war außerdem noch von meinem Frühstück total satt, so daß ich dazu nichts sagen kann.
Ein Flugplatz ist auf Benbecula, der noch aus der Zeit stammt, als das Militär auf der Insel stationiert war. Inzwischen gibt es dort - allen Reiseführern zum Trotz - keinen richtigen Militärstützpunkt mehr. Die Truppen und ihre Familien sind abgerückt, nur noch ein kleiner Verwaltungsstützpunkt ist geblieben.
Wahr ist allerdings, daß der Flugplatz nur während der Ebbe angeflogen werden kann, da ansonsten die Flugbahn zu kurz ist ...
Flugverbindungen bestehen nach Stornoway (Lewis) und Inverness - im Gezeitentakt sozusagen *g*.
Immer noch war es stürmisch und kalt, und ich hatte null Bock mich mit Benbecula aufzuhalten. Ich lief einen Strand entlang, trieb mich auf dem hübschen Friedhof der Insel herum und fuhr anschließend weiter nach North Uist.
Sicherlich hat die Insel mehr zu bieten, als daß ich mir die Mühe gemacht habe, es herauszufinden ... Na ja, ein andermal vielleicht.
North Uist und Berneray
Strände satt - so sehr, daß ich es allmählich satt bekam ;-) Was nützen einem schöne Strände, an denen es einfach zu kalt ist, um mal ins Wasser zu springen? Trotzdem - hübsch anzusehen sind sie ja und ein gutes Fotomotiv geben sie allemal ab.
Von den Uists gefiel mir die Nordinsel am besten und noch besser gefiel mir Berneray, die Insel, die North Uist vorgelagert ist und von der die Fähren nach Leverburgh (Harris) übersetzen.
Bei meiner Fahrt über North Uist sparte ich die Ostseite komplett aus. Ich hatte keine Lust bzw. Zeit dafür, da ich am Abend auf Berneray übernachten wollte. An der Ostseite liegt Lochmaddy, das kleine Hauptstädchen der Insel, das ich vor Jahren mal gesehen hatte, als ich von Skye herübergesetzt war. – Es hatte damals nicht mehr Eindruck bei mir hinterlassen, als Lochboisdale auf South Uist in diesem Urlaub.
Im Nachhinein, so denke ich, ist Lochmaddy ein klein wenig größer als Lochboisdale – aber sicher bin ich mir nicht. Auf jeden Fall gibt es dort auch eine Touist Office und mit Sicherheit div. Einkaufsmöglichkeiten.
Kurz hinter Clachan kommt man am Claddach Kirkibost Center & Cafè vorbei (nur während den Sommermonaten geöffnet). Ein guter Stop, um etwas zu essen, Tee zu trinken oder ein paar hübsche Kleinigkeiten zu erwerben (selbstgemachte Marmeladen, Chutneys, Kunsthandwerkliches). Dem Cafè ist auch ein Internet-Cafè angeschlossen, so daß man seine E-Mails checken kann.
Das Kirkibost Center ist eine gemeinnützige Einrichtung, die den jungen Leuten auf Uist einen Treffpunkt und die Möglichkeit zur Fortbildung geben soll. In Anbetracht der isolierten Lage der Uists ein unterstützenswertes Projekt.
Fährt man dann gestärkt weiter, trifft man auf ein schönes Vogelschutzgebiet, das Balranald Nature Reserve (RSPB). Auch ein hübscher kleiner Friedhof liegt in der Nähe des Parkplatzes - immer ein schönes Fotomotiv.
Ansonsten ist ein ausgiebiger Spaziergang entlang des Strandes und durch das Blütenmeer in den Dünen und des Marschlandes sehr entspannend und tatsächlich kann man auch eine Menge Vögel beobachten. Ein kleines Info Center ist direkt am Parkplatz (mit Toiletten).
Ich fuhr danach durch bis nach Bernaray, wo ich beim dortigen Hostel wieder mein Autocamping durchgezogen habe (so begann ich das Übernachten im Auto zu nennen, da ich mein Auto inzwischen als wind- und wetterfesten Zeltersatz betrachtete). Doch noch bevor ich nach Berneray kam, stolperte ich (schon wieder ;-) über einen hübschen Friedhof, der mich in der Abendsonne gewissermaßen anlächelte. *seufz* Ich mag alte Friedhöfe ... irgendwie komm ich nicht an ihnen vorbei. :-)
Übrigens ist das Hostel auf Bernaray das hübscheste von allen, die ich auf den Western Isles gesehen habe. Es sind zwei schön restaurierte Blackhouses, gemütlich und warm. Auch kann man dort auf dem Gelände zelten und gegen die hälftige Übernachtungsgebühr die Einrichtungen (Dusche, WC, Kücheneinrichtung und Gemeinschaftsraum) nutzen. - Fair enough!
In dieser Nacht stürmte es und regnete es wie wild. Irgendwann wachte ich auf, weil es mein Auto so extrem durchschüttelte, daß ich schon panisch wurde, weil ich mir im Halbschlaf vorgestellt hatte, wie das Auto von der aufgeschwemmten abbrechenden Dünenküste ins Meer stürzte. (Ich hatte ca. zwei Meter vom Küstenrand geparkt.)
Ich schob mir die Decke vom Kopf und sah heraus ... direkt ins Gesicht eines Schafes, das mich einfach nur anstarrte. - Ich starrte zurück und nach schier endlos dahinziehenden Sekunden schien es endlich ins Hirn des Schafes zu tröpfeln, daß es angestarrt wurde. Erschreckt sprang es zurück und starrte mißtrauisch in mein Auto. Während ich wiederum mißtrauisch hinausstarrte und feststellte, daß ich von einer Horde Schafe umzingelt war.
Sie machten einen auf harmlos - aber ich traue Schafen nicht. *g* Ich bin mir sicher, daß sie ein vor uns Menschen geheimgehaltenes Leben führen und in Wirklichkeit die Übernahme der Weltherrschaft planen ;-)
Warum es letztendlich noch nicht geklappt hat?
Es liegt wohl daran, daß sie meinen Beobachtungen nach extrem kurzsichtig sind ... aber erinnern Sie sich an meine Worte, sollten Sie jemals einem Schaf mit Brille begegnen. Dann wissen Sie, welche Stunde für die Menschheit geschlagen hat ...
Na egal! Während ich mich nicht von der "ich-bin-so-dumm-und-harmlos" Masche der Schafe habe täuschen lassen, stellte ich fest, daß es nicht so sehr stürmte, als daß mein Auto hätte von der Küste abstürzen können. Aber warum nur hatte es so sehr gewackelt?
Müde und verschlafen drehte ich mich zur anderen Seite und sah aus dem Fenster. Ein Schaf kratzte sich gerade ausgiebig den Rücken am neben mir geparkten Wagen und das Fahrzeug wurde dabei tüchtig durchgeschüttelt - okay, alles klar! Ich lockerte die Handbremse, zog sie noch einmal fest an, und das ungewohnte Geräusch brachte die Schafe dazu, erschreckt aufzuspringen und erst mal auf Abstand zu gehen. - Hehehe ... das kommt davon, wenn man kurzsichtig ist ;-)
Na jedenfalls hatte ich für den Rest der Nacht Ruhe und mußte keine Schäfchen mehr zählen *g*
Am nächsten Tag - nach einem guten selbstgemachten Frühstück im Gemeinschafts-Blackhouse - ging ich den Strand entlang und bewunderte das unglaubliche Farbenspiel, daß mir dieser Tag bot.
Berneray ist definitiv eine tolle Insel, um wandern zu gehen und für Naturbeobachtungen.
Später am Tag setzte ich nach Harris herüber.
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