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Hebriden kompakt!
Alles wissenswerte vom Hinkommen, Unterkommen, Straßenverhältnissen und sonstigem.
Die Inseln:
Lewis:
Der größere Teil der Lewis/Harris Doppelinsel. Lewis ist das Herz der Äußeren Hebriden. Hier konzentrieren sich Industrie und Wirtschaft. Viel ist das dennoch nicht.
Die Nordseite der Insel ist flach und unspektakulär. Meiner Meinung nach ziemlich fad, doch ist das nur meine subjektive Meinung. Je weiter man in den Süden der Insel kommt, besonders an der Westseite, desto schöner wird es. Die bekannten Standing Stones of Callanish finden sich dort und andere prähistorische Stätten. Eisenzeitliche Brochs, ein Museumsdorf mit restaurierten Blackhouses, in denen man übernachten kann und die immer wilder werdende Landschaft entschädigen einen für den langweiligen Norden der Insel.
Harris:
Kleinerer Teile der Doppelinsel und gleichzeitig der landschaftlich reizvollere. Die Westseite wartet mit goldenen Stränden und Dünenlandschaften auf, die Ostseite ist eine atemberaubende zerfurchte Klippenlandschaft. Im Innern der Insel warten Berge darauf, ihrem Bezwinger einzigartige Ausblicke zu gewähren. Harris ist zweigeteilt. Eine Landbrücke bei Harris' Hauptstadt, Tarbert, teilt die Insel in einen Süd- und Nordteil auf.
Meiner Meinung nach ist es die Insel wert, seinen gesamten (Wander)Urlaub dort zu verbringen. Sehr schön.
Uists:
Die Südinsel: Karge sturmgepeitschte Landschaft. Schmale langgestreckte Insel, mit langen Stränden an der Westküste und Bergen an der Ostküste. Das gesamte gesellschaftliche Leben konzentriert sich auf die Westseite.
Die Nordinsel: Endlose Strandlandschaften im Westen der Küste, besonders bei Ebbe. Das Innere und die Ostküste der Insel sind von Lochs zerfressen. Landschaftlich reizvoller als South Uist.
Berneray: Gehört zu North Uist, ist der Insel jedoch vorgelagert. Gefiel mir von den Uists am besten. Irgendwo soll eine Seehundkolonie stecken, die ich leider nicht entdeckte (ich suchte aber auch nicht gerade ausgiebig).
Benbecula:
Kleine Insel. Brückenpfeiler zwischen den Uists. Konnte nichts bemerkenswertes an ihr finden.
Barra:
Kann ich nichts dazu sagen, da ich die Insel nicht besucht habe. Wird als der Garten der Western Isles vermarktet. Laut hörensagen soll es auch so sein.
Fährverbindung:
Die Hebriden werden von der Fährschiffgesellschaft Caledonian Macbrayne bedient, kurz Calmac. Fährverbindungen bestehen:
Oban - Lochboisdale (Schottland - South Uist)
Lochboisdale - Castlebay (South Uist - Barra)
Coileag - Aird Mhor (Eriskay - Barra)
Lochmaddy - Uig (North Uist - Skye)
Ardmaree - Leverburg (Berneray - Harris)
Tarbert - Uig (Harris - Skye)
Stornoway - Ullapool (Lewis - Schottland)
Nicht alle Fährverbindungen gehen täglich! Informieren sie sich auf der Homepage der Calmac.
Von privaten Schiffen kann man auch auf kleinere Inseln kommen. Es wird einiges angeboten, z. B. bei www.island-cruising.com, www.seatrek.co.uk, www.kildacruises.co.uk
Flugverbindung:
Besteht von und nach:
Edinburgh - Stornoway;
Inverness - Stornoway;
Inverness - Benbecula;
Glasgow - Stornoway;
Glasgow - Benbecula;
Glasgow - Barra;
Stornoway - Benbecula;
Stornoway - Barra;
Benbecula - Barra.
www.highlandairways.co.uk
www.britishairways.com
Mietwagen:
Keine Ahnung über die Qualität der Angebote, den Service und die Fahrzeuge:
Arnol Car Rentals,
Ask Car Hire (Liniclete, Isle of Benbeculae, enquiries@askcarhire.com),
Lewis Car Rentals,
Mackinnon Self Drive
Öffentliche Verkehrsmittel:
Leider kann ich dazu nichts sagen, da ich mit dem Auto unterwegs war. Dennoch ein Link: City Link (Busverbindungen quer durch die Highlands inkl. Verbindungen zu den Fährhäfen)
Verpflegung:
Man kriegt eigentlich alles, wenn man weiß wo der nächste Supermarkt ist. Hier sind sie:
South Uist: Daliburgh (Coop)
Benbecula: Creagorry (Coop)
North Uist: nicht mehr ganz sicher, aber soweit ich mich erinnere war bei Sollas (Westseite), einer. (Coop) Vermutlich auch im Hauptstädchen Lochmaddy (Ostseite), aber keine Garantie dafür, war nicht dort.
Harris: Leverburgh (An Clachan), Tarbert, Innenstadt. Zwei kleine Supermärkte.
Lewis: Stornoway (zwei große Supermärkte: Coop, Richtung Lexdale; Summerfield, am Pier der Calmac und in der Innenstadt kleinerer Supermarkt schräge gegenüber der Touristoffice)
Alles ist im Schnitt ca. 10 - 15 % teuerer als auf dem Festland.
Tankstellen:
Wichtig: Denken Sie daran, immer aufzutanken, wenn Sie an einer Tankstelle vorbeikommen - lassen Sie es nicht darauf ankommen. Samstags volltanken! Diese Empfehlung gilt nur für den Mietwagen vom Festland oder das eigene Auto. Autos, die man auf den Hebriden ausleiht, werden mit leerem Tank zurückgegeben bzw. bekommt man nichts für die Tankfüllung zurück. Aber erkundigen Sie sich vorher nochmal. Diese Regelung trifft nicht auf alle Verleiher zu! Auf jeden Fall sollte man nicht das Risiko eingehen, mit leerem Tank irgendwo im Nichts stehen zu bleiben.
Tankstellen gibt es in:
Barra: Castlebay
South Uist: Lochboisdale, Howmore
Benbecula: Balivanich (Flugplatz) und auf der Strecke Richtung Gramsdale
Ostseite North Uist: Lochmaddy
Westseite North Uist: Bayhead
Harris: Leverburgh (nur während der Sommermonate), Ardhasaig, Tarbert
Auf Lewis recht häufig:
Stornoway, Back, Barvas, Brove, Port of Ness, Breaclete, Timsgarry
Bedenken Sie, daß die Tankstellen nicht durchgehend geöffnet haben, sondern, ganz normale Öffnungszeiten (9 - 18.00 Uhr) haben - gehen Sie nicht von Ausnahmen (Stornoway) aus.
Bei den kleinen Tankstellen sollten Sie Bargeld dabei haben. Generell sollten Sie nicht auf Kredit- oder EC Karte beim Zahlen setzen, da diese Tankstellen nur Zapfsäulen mit Ladenanschluß sind. Und nicht alle haben einen Elektronic Cash.
Währung:
Schottisches Pfund, natürlich wird auch das Englische angenommen. Wenn Sie Schottland verlassen, achten Sie darauf, Ihre Schottischen Pfund in Englische umzutauschen. Die Engländer nehmen nämlich kein schottisches Pfund an. Was die Schotten verdammt ärgert ... und was ich verstehen kann.
Geldautomaten / Banken:
Natürlich in den jeweiligen Hauptstädten der Inseln (siehe Touristinfo). Ansonsten siehts schlecht aus.
Medikamente:
Nehmen Sie mit, was sie brauchen. Gehen Sie davon aus, daß Sie nichts kriegen.
Tourist Info Center:
Barra: Castlebay (nur Saisonal)
South Uist: Lochboisdale (nur Saisonal)
North Uist: Lochmaddy (nur Saisonal)
Harris: Tarbert (nur Saisonal)
Lewis: Stornoway (ganzjährig)
Straßen:
Bis auf Lewis alles Single Track Roads mit Passing Places, die selten mal für ein zwei Kilometer zu zweispurigen Straßen erweitert werden. Jedoch sind die Single Tracks in einem erstaunlich gutem Zustand.
Die Inseln Eriskay, South Uist, Benbecula, North Uist und Berneray sind durch befahrbare Dämme (Causeways) miteinander verbunden. Auch Single Track Roads.
Fahrkodex:
Schwer zu beschreiben. Man fährt auf der Single Track Rd. bis man ein entgegenkommendes Auto sieht. Ich empfehle jedem an dieser Stelle, doch einfach beim nächsten Passing Place anzuhalten und das entgegenkommende Fahrzeug vorbeifahren zu lassen. Bleiben Sie auf der "Seite" der Straße stehen, die die richtige wäre, wenn es eine zweispurige Straße wäre.
Beide Fahrer bedanken sich dann per Handzeichen, Kopfnicken oder Lächeln und weiter geht's. Das ist am einfachsten, es sei den, der andere Fahrer hält an. Dann fahren Sie eben weiter. - Gleiche Dankesbekundung.
Wenn Sie jemand nervt, weil sie so gemütlich vor sich her fahren, geben sie den Blinker und bremsen Sie beim nächsten Passing Place ab (auf der richtigen Seite, versteht sich ;-), so daß der Fahrer (vermutlich ein Einheimischer) Sie überholen kann. - Er wird ihnen dankbar sein, und Sie können weiterhin in Ruhe die Landschaft betrachten. Schließlich sind Sie nicht auf der Flucht ;-)
Wetter / Kleidung:
Windig, bisweilen verregnet, doch vor allem windig! Manchmal sonnig und dann atemberaubend schön. Der Untergrund ist ein feuchter, meist mit Regen vollgesogener Torfboden, wasserfeste Wanderstiefel mit griffiger rutschfester Sohle sind angebracht. Wind- und wasserfest sollte generell das Stichwort für die Hebriden sein.
Tragen Sie ein Halstuch, und auch eine sturmfeste Mütze sollte mit im Gepäck sein. Ihre Ohren danken es Ihnen. Auch Watte für die Gehöhrgänge ist nicht verkehrt. Lachen Sie nicht! Viele Einheimische sind durch den ständigen Wind schwerhörig geworden. Das wird Ihnen in ein paar Wochen Hebriden nicht geschehen, doch es ist sehr wohltuend, den Wind aussperren zu können. Auch ein paar Ohrstöpsel in Form von Minilautsprechern (MP3 etc) tun den Job, und man kann dabei noch Musik hören!
Unterkunft:
Die Äußeren Hebriden bieten für jeden Geldbeutel und Geschmack die geeignete Unterkunft. Feine Hotels, Guesthouses, Self Catering (FeWo und Cottages), Bed and Breakfast (auch mit Dinner), Hostels und Bunkhouses, wildes und offizielles Campen.
Das alles geht auf den western isles und ist nur eine Frage der persönlichen Vorlieben und des lieben Geldes. Denn das Preisniveau ist beachtlich.
Hotelunterkunft in der Preisspanne 60 - 140 Pfund,
Guesthouse / Inn 40 - 80 Pfund,
B+B 20 - 50 Pfund ,
Hostels 8 - 11 Pfund,
Campingplätze ca. 5 Pfund.
Alles Single Preise und pro Übernachtung. Zu zweit nicht das Doppelte, aber auch nicht gerade wesentlich billiger.
Die Self Catering Cottages etc. haben Wochenpreise von 160 - 600 Pfund (je nach Ausstattung, Größe, Saison und Lage).
Nicht vergessen, wir sprechen von Pfund. In Euro das 1,5 Fache.
Camping:
Ihr Zelt sollte ein sturmfestes sein. Am besten eins, das dem Wind keine Angriffsmöglichkeit bietet und direkt am Boden abschließt, mit breiten Laschen, die man mit Steinen beschweren kann.
Campen können Sie überall. Wie sagte ein Schotte zu mir: Selbst im Vorgarten des Nachbarn. Ich würde trotzdem nachfragen. Die Hebrideans sind tolerant, hilfsbereit und freundlich. Keiner wird einen davonschicken, aber es muß nicht gerade der Vorgarten sein ;-)
Sie können an jedem Strand campen. Manche haben sogar Toiletten, vereinzelt mit Wasseranschluß. Strände sind dem Landesinnere immer vorzuziehen, wegen der Midges. Hier die Strände und Campingplätze, an denen ich war:
South Uist:
Pollachar: felsiger Sandstrand. Gut fürs Autocampen, weniger geeignet fürs Zelt. Geht aber auch. Grasnarbe bricht direkt ab, Strand ohne Dünen, nicht wirklich hübsch, aber tut den Job. In der unmittelbaren Nähe ein riesiges Inn - eventuell zum Frühstücken, Abendessen, ziemlich teuer.
Nette Landschaft. Touristengag: Ein echter Mini Standing Stone.
An der Touristoffice in Lochboisdale gibt es öffentliche Duschen etc.
North Uist / Berneray:
Balle: Endlos langer Strand mit Dünen ohne Ende. Sehr schön. Beim Hostel kann man Campen und gegen Gebühr die Einrichtungen mitnutzen, oder Sie campen in den Dünen.
Das Dorf hat am kleinen Pier eine riesige holzverkleidete Toilette mit Dusche, wobei ein Schild darauf hinweist, doch die neuen Einrichtungen beim Fährenterminal zu benutzen, besonders wenn man mit dem WoMo unterwegs ist. Wildcamper werden auf das Hostel verwiesen. Seltsam ...
Ob die Duschen funktionieren habe ich nicht ausprobiert, den ich zeltete beim Hostel.
Harris:
Seilebost: Strand mit Toiletten und Wasseranschluß. Zwar kein offizieller Campingplatz, doch - wie mir schien - ein "offizieller" Wildcamper Platz. Wunderschöne Lage. Empfehlenswert!
In Tarbert gibt's Duschen bei den Toiletten an der Tourist Office. Empfehlenswertes Cafè bei der Office.
North Harris:
Hushinish: Toller Strand in toller landschaftlicher Lage. Zelten kann man dort überall ohne Probleme. Dünen und Gras. Toilettenblock vorhanden.
Lexdale/Stornoway:
Lexdale/Stornoway: Offizieller Campingplatz mit vier Sternchen. Sehr schön, sauber. Im Sommer kommen die Midges auf 'nen Besuch vorbei. Mit Bunkhouse und Self Catering.
Tolsta: Viele Strände, trotzdem schwierig zum Campen. Im Gegensatz zu Harris keine Möglichkeit direkt an den Strand zu fahren. Parkplätze davor und dann muß man an den Strand / die Dünen laufen. Mir gefiel es nicht darum zog ich weiter. Am letzten Strand gibt's einen Toilettenblock.
Zum Spazierengehen jedoch absolut empfehlenswert! WoMo sollte auch kein Problem sein.
Lewis, Westseite:
Shawbost: privater Campingplatz im Weideland. Sah OK aus, nicht ausprobiert.
Cnip (Halbinsel): privater Campingplatz, sehr schön zwischen Dünen gelegen. Gefiel mir, habe aber nicht dort gezeltet (hätte ich aber, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte)
Vermutlich kann man auch an den Stränden der Uig Bay gut campen. Habe mir das aber nicht genauer angesehen.
Hostels / Bunkhouses:
Auf den Hebriden gibt es neben den Scottisch Indipendent Hostels die Hostels des Gatliff Hostel Trust. Das sind einfache Hostels mit wenig Komfort und unterschiedlichem Wohlfühlfaktor.
Grundsätzlich kann man bei allen Hostels campen und die Einrichtungen (Küche, Gemeinschaftsraum, Dusche/WC) gegen die hälftige Übernachtungsgebühr mitbenutzen. Auch die privaten Bunkhouses bieten das an, wenn die Möglichkeit dazu besteht (in Tarbert nicht).
South Uist:
Howmore (Hostel, 17 Betten. Irgendwie düster. Mit Friedhof ;-)
North Uist; Berneray:
Balle (Hostel, 20 Betten. Das optisch schönste und sogar gemütlich. Wunderschöne Lage am Strand, Schlafhaus siehe Bild oben.)
Harris:
Leverburg (Bunkhouse, eine der besten Massenunterkünfte der Hebriden, so wurde mir von einem Pärchen berichtet)
Tarbert (zwei Bunkhouses in der Innenstadt, meist ausgebucht): Rockview Bunkhouse, Main Street; Drinishader Bunkhouse, 5 Drinishader
Reinigidale (Hostel, 13 Betten. Soll übel sein, wie mir o.g. Pärchen im Bunkhouse Lexdale erzählte)
Lewis, Ostseite:
Kershader (Hostel, 14 Betten. Nett, sauber und abgelegen. Wird von der Dorf Community in Eigeninitiative geführt. Der Dorfladen ist mit dabei. Dort kann man Angellizenzen erwerben und Equipment ausleihen. Fahrradverleih.)
Stornoway:Backpackers Hostel, 47 Keith Street
Lewis, Westseite:
Galston Farm Bunkhouse, Galston Farmhouse, South Galston
Garenin (Hostel, 14 Betten). Sehr schön. Im Museumsdorf gelegenes hervorragend renoviertes Blackhouse. Gefiel mir gut, doch leider war es total überfüllt (mit extra aufgestellten Klappbetten), darum blieb ich nicht.
Uig Bay: Baile na Cille Kein Hostel, sondern B+B. Direkt am Strand mit altem Friedhof. Wunderschön gelegen. Leider nicht all zu günstig.
Vorsicht: Sonntag!
Es stimmt, was man in jedem Reiseführer über die Hebriden lesen kann:
Sonntag ist der Tag des Herrn. Man trifft sich zum Beten und Büßen in der Kirche und ansonsten ruht das Öffentliche Leben - vollständig und total. Selbst die Öffentlichen Toiletten sind geschlossen!! Nein, kein Scherz. So selbst in Tarbert (Harris) erlebt. Für echte Notfälle sind die Hotels für die Gestrandeten da ;-)
Nützliche Linksammlungen:
stayhebrides, island cruising,
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