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Marias Reisetagebuch Hebriden |
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| Berneray (c) mariasmultiverse.de |
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Die Uists
Die nächsten zwei Tage verbrachte ich auf den Uists.
Es war stürmisch und kalt, selbst die Einheimischen sagten, daß es für August ungewöhnlich kalt wäre. Nichtsdestotrotz liefen sie alle im T-Shirt, Bluse, sommerlichem Rock oder Shorts und Sandalen herum, während ich mir fast den Arsch abgefroren habe ... ;-) Immer das selbe mit den Schotten *g*
Wie zum Trost dafür, hielt sich der Regen schwer zurück und manchmal kam sogar die Sonne heraus. Doch am Übelsten war der Wind (hier kam meine windundurchlässige Hose aus Oban zum Einsatz - ohne die wäre ich trotz dicker Jeans nicht viel herumgelaufen). Doch oft hatte ich den Eindruck, daß der Wind einem jegliche Kraft aussaugte und mit sich davon trug ... jedenfalls war ich an den zwei Tagen total geschlaucht.
Die Uists ... na ja, all zu sehr begeistert haben sie mich nicht. Was vermutlich auch mit dem stürmischen Wetter zusammenhing.
South Uist:
Endlos lange goldene Strände an der flachen, dem Atlantik zugewandten Westseite. Zerstreut liegende Gehöfte schließen sich hier zu Ortschaften zusammen - manchmal jedoch erschien es mir seltsam, daß schon drei oder vier wahllos in der kargen Landschaft verstreut liegende Häuser eine Ortschaft bilden.
Die Ostseite ist kaum besiedelt. Hier findet man Berge und Seen. Wanderwege oder Trampelpfade sucht man jedoch vergebens. Manchmal kann man an der Ostküste auch auf die fischverarbeitende Industrie treffen. Das gesellschaftliche Leben findet auf der Westseite statt - und das ist mager.
Einsam und verlassen erscheint einem diese Insel und oft genug fragte ich mich, was es ist, daß die Leute dort noch hält. - Es erschien mir nicht nachvollziehbar, daß man sein ganzes Leben freiwillig auf diesem kargen Eiland verbringen möchte. - Als Urlaubsziel ist's okay, aber wenn der Sommer schon so kalt, stürmisch und abgelegen ist, wie ist dann erst der Winter?
Mittwochs suchte ich in Howmore die Jugendherberge auf. Sie ist ein umgebautes Blackhouse, und es sind in Wirklichkeit zwei Gebäude. Eines mit einem großen Schlafsaal, das andere mit Küche und Dusche. Zelten kann man auch dort auf dem Gelände, und wenn man es nicht überleben sollte, ist der Friedhof auch gleich da. ;-)
Ich war schlichtweg so sehr von der Vorstellung begeistert, in dem riesigen Schlafsaal zu übernachten oder besser noch, mein Zelt im vom Regen vollgesaugten nassen Torfboden aufzuschlagen , daß ich mich gleich nach einer B+B Unterkunft umsah und tatsächlich auch eine günstige - unweit des Hostels - fand!
Es war ein Farmhaus, das von außen eher zum Davonlaufen aussah. Doch die Gastgeberin war total nett, die Zimmer und Betten sauber, trocken und warm. Das Bad hätte man teilen müssen, doch da ich der einzige Gast war, gehörte es mir ganz allein *g*!
Und das alles für nur 16 Pfund - mit schottischem Frühstück! Im Vergleich zum Hostel für 11 Pfund (Massenunterkunft ohne Privatsphäre - dafür mit garantiert viel Geschnarche, geteiltem Bad, ohne Frühstück) ...
Ein echter Glücksgriff! Frau Macaskill (Farmersfrau) erzählte mir beim Frühstück, daß sie seit 17 Jahren eine Deutsche regelmäßig zu Gast hätte. Diese würde immer unangemeldet auftauchen, für zwei Nächte bleiben, dann nach Harris abdüsen und zwei Tage später oder so wieder für zwei Nächte zurückkommen.
Astrid aus Düsseldorf (so glaube ich) sei gegrüßt, solltest du jemals diese Zeilen lesen! Du machst tolle Fotos!
Denn diese zeigte mir meine Gastgeberin am Morgen. Astrid hatte ihr zwei Fotobänder ihrer Reisen über die Western Isles gebastelt und als Geschenk mitgebracht. Und die sind absolut klasse.
Das Frühstück war üppig und gut, und als ich ging, war ich satt und rundum zufrieden. Denn nichts ist schöner, als die Nacht in einem gemütlichen warmen Bett zu verbringen, während es draußen stürmt! (Besonders wenn man die letzten zwei Nächte im Auto geschlafen hat ;-)
Also: Danke, Frau Macaskill - ich komme gerne wieder (schon wieder so ne Deutsche!). Was gab's noch Interessantes?
Zum Beispiel, daß ich am Abend zuvor beim Versuch des Muschelsammelns am Strand, statt der gesuchten Muscheln, einen vom Meer und Sonne wunderschön gebleichten Schafschädel gefunden hatte. Na auf jeden Fall besser als Muscheln - dachte ich, und sackte das Ding ein! Inzwischen hängt er bei mir zu Hause an der Wand. *g* Ansonsten wäre noch das Minimuseum in Kildonan zu erwähnen, das einen kleinen Einblick in das harte Leben der Crofter wie auch einen kurzen Überblick über die Highland Clearings gewährt.
Auf jeden Fall ein guter Stop, da dort eine Cafeteria und ein kleiner Crafts-Shop ist (Kunsthandwerk wäre übertrieben zu sagen).
Ebenfalls erwähnenswert sind:
Hebridean Jewellery, Iochar in Richtung Ardivachar Point (North Bay, Westseite). Gold- und Silberschmiede, mit teilweise ungewöhnlichem Design.
Salar Salmon genau in der entgegengesetzten Richtung (Ostseite) bei Lochcarnan. Bekannt für seinen leckeren heißgeräucherten Lachs *yummy*
Wenn Sie kurz vor Feierabend kommen (17 Uhr), können Sie extragroße Stücke probieren (sofern nicht alles schon aufgefressen ;-).
Leider nicht allzugünstig - aber unschlagbar lecker! Sollen Sie sowieso nach Stornoway (Lewis) fahren, können Sie den Lachs im dortigen großen CoopMarkt Richtung Laxdale für nur knapp 17 Pfund (KG Preis im Jahr 05) kaufen, statt für ca. 25 Pfund beim Hersteller. Diesen genialen "Dumping" Preis gibts nur in diesem einen CoopMarkt (auf der Preisauszeichnung stand: Specially Packed for CWS, Stornoway). Also nicht weitererzählen, sondern sich einfach über den günstigen Preis freuen und genießen ...
Ein schönes Wandergebiet, mit zahllosen Möglichkeiten zur Wild- und Vogelsichtung ist am Loch Druidbeg (National Nature Reserve). Es erstreckt sich über 1677 Hektar von der Atlantikküste bis fast zur gegenüberliegenden Küstenseite.
Verstreut über die Insel und nicht ausgeschildert liegen einige Grabkammern, hier und da mal ein Standing Stone, irgendwo gibt's ein verfallenes Castle und auch über Ruinen von Brochs (eisenzeitliche Wohn- und Wehrtürme) kann man hier stolpern. Dank des Wetters habe ich mich nicht auf die Suche nach den prähistorischen Stätten gemacht. (Bin halt ein wetterempfindliches Weichei ...)
Donnerstags ging's dann weiter nach Benbecula und North Uist.
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